München - Jochbergrunde

Heute Morgen waren wir um 10:20 Uhr am Hauptbahnhof München verabredet. Wir fuhren zu viert mit dem Zug nach Kochel am See, etwa 70 Kilometer östlich von Mümchen. Dort trafen wir auf Ellen und Micha, die mit dem Auto hinfuhren und Tobi, der direkt mit dem Surly Karate Monky zum Startort gefahren ist. Ellen hat die Jochbergrunde vorgeschlagen und ich habe mir die Tour natürlich schon vor dem Wochenende auf GPS kopiert, so dass ich stets bestens im Bilde war. Das Wetter war perfekt. Sonnig und angenehm warm. Ein superschöner Herbsttag, wie gemacht für eine schöne Tour.

Der Koordinaten der heutigen Tour sind doch ganz anders als die der Gestrigen. Während gestern auf über 70 Kilometer nur 650 Höhenmeter zusammen kamen, standen heute auf gut 30 Kilometern etwa 1'000 Höhenmeter auf dem Programm. Und die Steigung ging gleich vom Parkplatz weg los. Schon bald fuhr ich auf dem kleinen Kettenblatt und in immer kürzeren Übersetzungen. Es war richtig steil und anstrengend. Zum Glück wurden diese Mühen dann später mit herrlichen Singletrails belohnt. Zuerst kam im Aufstieg ein etwa zwei Kilometer langer, leicht ansteigender Wurzelpfand, der mit etwas Geschick fast vollständig fahrbar war. Mitten Im Wald, ein Traumpfad.

Je näher wir der Hütte auf der Jochbergalm gekommen sind, desto mehr Wanderern sind wir begegnet und oben an der Hütte war dann die reinste Völkerwanderung. Heftig. Da ist an einem Sonntag viel mehr los, als in vergleichbaren Hütten in der Schweiz. Für unsere Verpflegung mussten wir bei der Selbstbedienung 30 Minuten anstehen. Aber was soll's, man will sich ja nicht beklagen. Es ist Sonntag, es ist schönes Wetter, gute Stimmung, also eigentlich alles o.k.

Nach der Pause folgte dann das Sahnestückchen des Wochenendes. Der Wanderweg zweigte schon bald ins Unterholz ab und führte immer leicht fallend der Hügelflanke entlang. Ideales Spass-Terrain. Wurzeln, Steine, keine Absprungmöglichkeiten und knifflige Passagen - alles, was mein Bikerherz höher schlagen lässt. Matthias, Daniel und ich preschten vorne weg und gönnten uns ein richtiges Singletrailflash. Die volle Dröhnung! Nur nicht anhalten, sondern immer weiterfahren und weiter geniessen. Erst als wir ganz unten aus dem Wald kommen, warten wir in der Sonne auf die Anderen. Wow! Was für eine sensationelle Abfahrt!

Letzte Forststrassen spühlten uns dann wieder in die Zivilisation und die Strassen rund um Kogel am See waren völlig überfüllt. Autos rollten oder fuhren in langsamen Kolonnen, so dass wir die kurze Strecke wo wir entlang der Strasse mussten, immer auf der Überholspur fahren konnten. Ein etwas bizarrer Spass. Auf dem Parkplatz verabschiedeten wir uns dann voneinander und wir vier Bahnfahrer machten uns wieder auf den Weg zum Bahnhof und mit dem nächsten Zug fuhren wir zurück nach München. Der Tacho sagt: 40 km., 2:30 Std., 1'100 Hm.

Bei Matthias konnte ich dann noch kurz duschen bevor ich wieder alles ins Auto packte und mich auf die Rückreise machte. Als ich losfuhr, war es kurz nach halb acht Uhr abends. Wenn es so gut läuft wie bei der Hinreise, dann sollte ich gegen 23 Uhr zu Hause sein. Nur, leider haute dieser Zeitplan überhaupt nicht hin. Ich stand zweimal im Stau und vertrödelte dabei über zwei Stunden. Als ich am Montagmorgen kurz nach ein Uhr in der Früh nach Hause komme, liegen über 5 Stunden im Auto hinter mir... das war das einzig Frustige an diesem insgesamt sehr schönen Wochenende.

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