Ostersonntagsausfahrt

Tagsüber drückte ich mich ziemlich rum, weil der Wetterbericht eigentlich Regen ansagte und es auch lange so aussah, als ob es bald begänne. Doch da kam nichts. Gegen Mittag mal zwei, drei verirrte Tropfen, sonst nichts. Diesen April hat es hier -glaube ich- noch nie geregnet, was wirklich sehr aussergewöhnlich ist. Alles ist staubtrocken und deshalb sehnt sich alles nach Regen und nach Wasser. Aber zumindest heute und hier bei uns, war wieder Nichts.

Deshalb entschied ich mich im Laufe des Nachmittags, doch mal wieder eine Velorunde zu fahren. In den letzten Tagen habe ich zwar viel gebastelt, doch gefahren bin ich seit letztem Sonntag nicht mehr. Höchste Zeit also für frische Luft!

Vermutlich wegen der sich abzeichnenden, dreimonatigen Sommerreise habe ich gar nicht wirklich Lust auf Mountainbike sondern eher auf eine längere Strassenrunde. Deshalb lasse ich auch heute das schöne Santa Cruz Fully in der Garage stehen und nehme das Kish. Ich füllte extra die 1,5 Liter PET-Flasche und auch die 0,75 Liter Trinkflasche um etwas Gewicht zu erhöhen. Das macht aber erst etwas über zwei Kilo... ich rechne damit, dass ich mit etwa 20 Kilo Gepäck unterwegs sein werde... da wird wohl jede Bodenwelle zum Berg.

Gegen Abend verziehen sich die Wolken wieder und es wird noch richtig prächtig. Ich fahre etwas durchs Zürcher Oberland (links im Hintergrund die Kyburg) und geniesse das warme Wetter. Wie man auf dem Tagesfoto sieht, blühen viele Wiesen und auch die Rapsfelder leuchten Gelb in der Abendsonne. Es hat kaum Verkehr und so kann ich ruhig vor mich hin kurbeln. So in etwa stelle ich mir den Apennin vor. Ähnlich wie das Zürcher Oberland. Sehr hügelig mit kaum flachen Passagen. Mir wird klar, dass mit so viel Gepäck das Velofahren wohl noch deutlich meditativer wird. Man muss wohl mehr schalten um möglichst gleichmässig kurbeln zu können und an Anstiegen werde ich wohl ziemlich langsam werden, wenn ich mich nicht überanstrengen will. Ich bin gespannt auf diese Erfahrungen.

Ich besuchte unterwegs noch Freunde und wurde da ganz nett zu einem Bier und einer Wurst vom Grill eingeladen. Das war Spitze - Vielen Dank! Als ich mich auf den Rückweg machte, stand die Sonne schon sehr tief und mit den letzten Sonnenstrahlen fuhr ich entlang des Pfäffikersees in Richtung Uster und Greifensee. Da musste ich dann kurz anhalten und die Beleuchtung montieren um sicher weiterfahren zu können. Mittlerweile hatte ich auch die Knielinge und eine leichte Jacke angezogen. Es war sehr angenehm, in die Dämmerung und die kommende Nacht hineinzufahren.

Und weil ich es so angenehm fand, verlägerte ich den Heimweg mit einer Zusatzschlaufe über Zürich. Noch immer hatte es sehr wenig Verkehr. Ostersonntag, kurz vor zehn Uhr, da ist Herr und Frau Schweizer zu Hause. Richtig so, denn dann bleibt auch Platz zum flanieren und fotografieren. Viele Touristen machten Nachtaufnahmen am Seebecken. An der selben Stelle habe ich schon öfters Tagesfotos gemacht, "by night" ist das wohl das erste Bild von der Quaibrücke. Leider verdecke ich auf dem Selbstauslöserfoto den beleuchteten Grossen St. Peter, doch wie heisst es so schön: "Man kann nicht alles haben".

Gemütlich fuhr ich kreuz und quer durch die Stadt und in Seebach machte ich noch einen kurzen Halt bei unserem früheren Lieblings-Döner-Restaurant. Das Red Bull verlieh mir für den weiteren Heimweg die nötigen Flügel und der nette Schwatz mit dem Besitzer war auch ganz lustig. So war es dann schon ziemlich nach elf Uhr, bis ich wieder zu Hause war. Das war eine sehr schöne Tour. So vom Abend durch die Dämmerung in die Nacht zu fahren, das fand ich noch speziell. Das GPS sagt: 91 km., 4:27 Std., 1'160 Hm.

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