es sind die kleinen Dinge im Leben...

Ist man jung und wild, erscheint einem ein ruhiges "geregeltes" Leben einfach nur langweilig und kleinkariert. Wird man älter, lernt man die kleinen Dinge des Lebens wert zu schätzen und bringt Ruhe in die Abfolge der Tage, in dem man die früher oft wiederholten Fehler vermeidet und absehbarem Ärger ausweicht.... das macht dann oft den Blick freier und man findet auch mal die Musse etwas länger und genauer hinzusehen oder über etwas tiefer nachzudenken.

Dadurch gelangt man dann eher mal vom Oberflächlichen zum Tiefgründigen (oder man entdeckt, dass eben in den kleinen und einfachen Dingen des Lebens viel Wahrheit steckt). Das ist eine Erkenntnis, die ich immer wieder von Neuem gewinne: Beschränkung auf's Wesentliche ist keine Minderung sondern eine Steigerung der Lebensqualität!

Auch wenn  uns die konsumgesteuerte Umwelt dauernd etwas Anderes einzuhämmern versucht, so ist es doch wahr..... und ich schrieb ganz bewusst, dass ich diese Erkenntnis "immer wieder" gewinne.... ich vergesse sie auch "immer wieder".... oder ich lasse mich eben mitreissen von dem dauernden "mehr, besser, grösser, schöner...!"-Wahn, der uns alle umzingelt. Der einem eine permanente Unzufriedenheit einzuimpfen versucht indem unterschwellig vermittelt wird, dass zum Glück noch etwas fehlt... dass der aktuelle Zustand "zu wenig" ist und einem die Zukunft, das Ferne, das neue X oder Y erst wirklich glücklich machen wird.

Erst wenn man mal inne hält, und versucht in sich zu ruhen stellt man fest, wie unwichtig und unwirklich das alles ist. Das Glück beruht nämlich auf dem was wir SIND und nicht auf dem was wir HABEN.... und wir SIND jederzeit... nicht erst in ferner Zukunft, wenn wir irgendwas erreicht haben... wir sind HIER und JETZT.

vergeudetes Leben?

Ich gestehe... ich bin nicht mehr so wirklich zweitgemäss. Zwar lese ich regelmässig Zeitung und schaue Nachrichten im Fernseher, doch dann hat es sich schon bald. Ich erinnere mich nur schwach, wann ich das letzte mal im Kino war (Madagaskar)... die letzte CD die ich kaufte?... "im Ausgang" war ich seit Jahren nicht mehr... selbst fernsehen geht mir meist sehr schnell auf den Zeiger. Radio mag ich auch nicht mehr, weil mir die dauernde Werbung und 20x die gleichen "News" auf die Nerven gehen. Will mich  hier nicht rechtfertigen, denn: es fehlt mir soweit nichts ;-) .....

Heute abend habe ich nun seit längerem wiedereinmal einen TV-Film in voller Länge angesehen (ohne mich zu langweilen). Ein Film mit einem Hauptdarsteller, der "ein mutiges Leben" führte, kein klassischer Held sondern  ein entscheidungsfreudiger und risikobereiter Mensch, der sein Leben selbst bestimmte und es wirklich mit prallem Leben ausfüllte. Natürlich gelang nicht alles was er anpackte, doch er wagte immerhin etwas.... Der Film hat mir gefallen weil er  (so stand es da zumindest) auf einer wahren Lebensgeschichte beruhte und  in keinem kitschigen Hollywood-Happyend endete. Ja, er erschien mir  glaubwürdig und authentisch...

Der Film ging zu Ende.... ich knipse den Fernseher aus und starre gedankenversunken auf die schwarze Mattscheibe. Ein Moment der Selbstreflexion....

Ja, ich liess mich formen... habe mich dieser gesellschaftskonformen Lebensweise angepasst und versuche nun, mir ein Stück Freiheit "von hinten" zu erkaufen.... d.h. ich versuche Kapital anzusparen um früher in Rente zu gehen und dann.... ja dann, möchte ich endlich das tun, was ich "wirklich" will....

Ich wollte schon immer Weisheit erlangen, dem Leben auf den Grund gehen, verstehen "woher" und "wohin", weshalb wir so sind wie wir sind und was der eigentliche Sinn unserer Existenz ist. Herausfinden ob es überhaupt ein Sinn, ein Ziel gibt und wenn ja, wie man es erreichen kann.... (der Ärger an der Idee ist einfach, dass man so schlecht davon Leben kann)...

Wenn man als Zwanzigjähriger solche Ideen äussert, wird man höchstens ausgelacht... mit 26 habe ich  dann einen Anlauf unternommen und bin aus meinem damaligen Leben ausgebrochen, bin fort und in mich gegangen und stellte dann aber eigentlich nur fest, dass ich vor meinem gesellschaftlichen (und finanziellen) Scheitern davon gelaufen bin und dass "auf der Flucht vor sich selbst sein" nicht das Gleiche ist, wie "auf dem Weg zu sich selbst".....

Tja, nun bin ich ü40... gesellschaftlich und finanziell "stabil".... und weiss noch immer keine Antworten auf meine Fragen......  ich verlagerte meine Selbsterforschung auf die Hobbyseite... Yoga, kluge Bücher, Meditation (oder zumindest Versuche) und ein "sorgsamer Umgang mit mir selbst". Versuche positiv zu sein (damit meine ich mehr als nur positiv zu denken) auch wenn es in einer zunehmend sinnentleerten und oberflächlichen Welt nicht einfach ist. Seit ich aufgehört habe zu rauchen stelle ich zudem fest, dass ich einen Drang entwickle, zunehmend klarer, "transparenter" zu werden. Damit meine ich: keine benebelnden Stoffe, nur wenig Fleisch, viel Obst, Salat, Wasser und Sport (zur Reinigung des Körpers).

Durch all den hier niedergeschriebenen Text bestätige ich mir also irgendwie, dass ich nicht untätig bin und mein Leben nicht vergeude... es ist höchstens unspektakulär... ruhig, zurückgezogen, fast schon bedächtig.

Filme -wie der heute Gesehene- rufen mir einfach zu, nicht zu viel auf später, auf "dann wenn" zu verschieben sondern vielleicht das eine oder andere Mal spontaner das zu tun, was ich für richtig halte und nicht das, was ich glaube, dass dies Andere von mir erwarten oder wünschen.

Dualität der Sprache

Ein Thema, welches mich immer wieder beschäftigt, lässt sich in folgenden Kernsatz zusammenfassen: Von allem was ich sage, höre oder lese, ist das genaue Gegenteil genauso wahr. Das will jetzt nicht heissen, dass ich andauernd lüge oder mir Lügen anhöre, sondern dass die Sprache nach meiner Erfahrung nur einen Teilbereich von Wahrheit abdeckt. Oftmals ist sind Aussagen nur ein subjektiv wahrgenommener Ausschnitt von Wahrheit...

Meine Skepsis gegenüber der Sprache stelle ich immer dann fest, wenn etwas bewertet wird; was wir Menschen ja andauernd und sehr gerne tun und irgendwie auch noch glauben, dass Andere an unseren Bewertungen interessiert sind... Bei Bewertungen fehlt dem Gegenüber ja meist der Kontext, wovon der Erzähler auch gerne ausgeht, denn so kann er uns einfacher von seiner Bewertung überzeugen und wird dadurch nicht damit konfrontiert, dass unsere eigene Bewertung vielleicht zu einem anderen -ihm widersprechenden- Resultat führt.... Das ist ja alles "natürlich" und auch nicht problematisch.

Anders sieht es meiner Meinung jedoch bei sogenannt "allgemein anerkannten Aussagen" aus, wie zum Beispiel:

  • Der Krieg gegen Terrorismus ist von vordringlicher Wichtigkeit...
  • Der freie Markt reguliert sich selbst...
  • Niedrige Steuern erzeugen Wirtschaftswachstum und dadurch Volkswohlstand... 
  • Die Hochpreisinsel Schweiz schadet der Volkswirtschaft...
  • Nur durch Verlagerung von Billigarbeiten in Billiglohnländer können die Arbeitsplätze bei uns gesichert werden...

Ich finde, dass man das alles ruhig einmal hinterfragen kann. Dann darf man durchaus auch annehmen, dass 100% das Gegenteil genauso richtig ist.

Was kann man also noch glauben, was ist denn wirklich noch wahr?

Ein Problem dabei ist doch auch, dass die Presselandschaft, wie sie sich derzeit präsentiert, nicht mehr der Wahrheitsfindung dient sondern nur daran interessiert ist, das eigene Erzeugnis möglichst gut zu verkaufen und so dem Aktionär möglichst viel Rendite zu bringen. Das hat dazu geführt, dass man die Kosten reduziert hat, Redakteure abgebaut und durch eingekaufte Agenturmeldungen ersetzt hat. -> wer mehrere Online-Zeitungen vergleicht merkt schnell, wieviele Meldungen "wörtlich" identisch sind. Wenn also nun eine Agentur eine Falschmeldung bringt, wird diese durch x Printmedien multipliziert an die Masse weitergegeben und plötzlich reden Alle von etwas, was so gar nicht stimmt. Wie soll man denn nun einem Pressebericht noch glauben?

Am Schluss hält man es wie Einstein: "Alles ist relativ."

Ich kann das Thema heute nicht fertig beleuchten, doch "ich bleibe dran".

welcome to the machine...


Welcome my son, welcome to the machine.
Where have you been? It's alright we know where you've been
You've been in the pipeline, filling in time, provided with toys and Scouting for Boys.
You bought a guitar to punish your ma.
And you didn't like school, and you know you're nobody's fool.
So welcome to the machine.

"welcome to the machine..." vollständig lesen

beatsociety

Nachdem ich mich in den letzten Jahren eher entpolitisiert und mich vermehrt auf mich selbst und meine direkte Umwelt konzentriert habe, will ich mich zukünftig in der neuen blog-Kategorie beatsociety (wieder) etwas mehr gesellschaftspolitischen Themen zuwenden. Auslöser dafür ist eine Talksendung des hiesigen Lokalfernsehens mit Exponenten von Links und Rechts. Eines der angesprochenen Themen war: "Die Jugend kifft immer früher. Jeder x.te 14-Jährige hat bereits mindestens 1x gekifft. Hat die eidgenössische Drogenpolitik versagt?" Darauf hin begann der bekannte Schlagabtausch von "totales Verbot und verstärken der Repressionspolitik" mit "legalisieren und entkriminalisieren". Hundertmal gehörte Aussagen und Meinungen, welche jedoch am Kern des Themas, an der Frage WARUM völlig vorbei gehen. Ich habe den Fernseher ausgeknipst; das mag ich mir einfach nicht mehr antun...

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